Das Gegenteil von gut ist gut gemeint

Kinderpornographie ist Scheisse! Eltern, Onkels, wer auch immer so etwas mit Kindern macht gehört eingesperrt. Wer sich solches Zeug im Internet oder sonstwo besorgt um seine Triebe zu befriedigen benötigt Hilfe. Ich bin in keinster Weise gegen Maßnahmen, die die Verbreitung von Kinderpornographie unterbindet oder Täter und Nutznießer der Justiz zuführt. Aber bitte mit Hirn und Augenmaß.

Frau von der Leyen hat sich, schließlich ist Wahlkampf, dem Thema angenommen. Ein Pfui-Bah Thema, keiner kann wirklich dagegen sein, die Aktion kann nur Punkte beim Stimmvieh bringen. Was machen die anderen Länder dagegen, aha, Stoppseiten im Netz, die den Nutzer darüber aufklären, dass die angewählte Seite Pfui-Bah ist.

Wie macht man das: Unsere Internetprovider stellen Server zu Verfügung, die als Art Telefonbuch dienen. Diese sogenannten DNS-Server der jeweiligen Provider sind standardmäßig auf unseren Rechnern eingestellt. Wenn man jetzt die Seite google.de in der Adressleiste eingibt wird auf dem Server des Providers nachgeschaut, welche Telefonnummer, also welche IP-Adresse, die Seite hat. Die „Telefonnummer“ für google ist 216.239.59.104, und unser Rechner kann somit erfolgreich bei der Suchmaschine anrufen. Der Plan der Bundesregierung ist einfach. Man tauscht die Telefonnummer im Telefonbuch aus. Also statt der Telefonnummer von google einfach die vom Bundesfamilienministerium angeben. Oder aber, wenn jemand auf eine Webseite surfen möchte die für Kinderpornographie bekann ist, auf eine Seite mit einem Stoppschild. Nur blöd, dass es Hunderte von Alternativtelefonbüchern im Internet gibt. Und es ist keine Hexerei, sich ein anderes Telefonbuch einzustellen:

Alternativ-Server findet man im Web. Dauer der ganzen Aktion, ein paar Minuten. Höchstens.

Ich möchte hier niemandem einen Weg aufzeigen, wie man auch in Zukunft an Kinderpornografie kommt. Aber die ganze Thematik, Kindesmißbrauch und -pornographie sind viel zu ernst, als das man sie mit solchem Pfusch bekämpfen oder gar eindämmen könnte (mal abgesehen davon, dass es zu der Geschichte von der angeblichen KiPo-Industrie auch völlig abweichende Meinungen gibt). Das Web heult von Zensur und auch etablierte Medien weisen auf die Gefahren hin, die von den geheimen Sperrlisten ausgehen könnten. Und letztendlich wird das Bundesverfassungsgericht die ganze Sache einstampfen. Genutzt hat es keinem, Ressourcen wurden vergeudet und der Demokratie und dem Politikvertrauen in diesem Lande wurde erneut einen Bärendienst erwiesen. Schönen Dank Frau von der Leyen, gut gemeint und in der Sache richtig, aber in der Umsetzung voll daneben.

PS: Lustig, na eher traurig, finde ich, für wie blöd Frau von der Leyen 80% der Bundesbürger hält. Die anderen 20% sind teils schwer pädokriminell.