Nicht nur aus Butter kann man Berge bauen

Mülltrennung ist ja ein durch und durch deutsches Thema. Wohl keine andere Nation sortiert mit so viel Hingabe bereitwillig 17 Sorten Kunststoff, trennt Windeln von Teebeuteln und spült auch gerne mal ein Tetrapak aus, bevor es in den gelben Sack kommt. Auch mit Überproduktion haben wir so unsere Erfahrungen, den Agrarsubventionen sei dank. Zuletzt sorgten die Milchbauern für Aufsehen, als sie die gute Milch in den Gully kippten, die niemand angemessen vergüten will.

Nun also haben wir einen neuen Butterberg: Es ist reichlich Impfstoff gegen die Neue Grippe übrig. Freunde, seid ihr noch zu retten? Kann das alles wahr sein? Erst Panik, der Impfstoff komme viel zu spät, es seien zudem viel zu wenig Impfdosen geordert worden (böse Industrie, böse Behörde). Dann kommt der Impfstoff, ist aber für Risikogruppen unverträglich und irgendwie auch nicht so richtig qualitätsgesichert, wird schon schiefgehen (böse Industrie). Und außerdem kann Spitzenpolitikern und Schlüsselfunktionen selbstverständlich nicht der reudige Impfstoff zugemutet werden, den das gemeine Volk bekommt (böse Behörde). Dann ist der Impfstoff da, aber keiner geht hin (böses Volk!). Und überhaupt, kann niemand sagen, ob die Impfung denn nun hilft und ob Grippe oder Impfstoff gefährlicher sind (böse Ärzte, böse Industrie). Manch einer soll während des Abwegens vom Blitz getroffen worden sein (böser Blitz, böse Stochastik).

Dann kommt alles erstmal weniger schlimm als erwartet mit der Rüsselseuche (alle habens natürlich vorher gewußt, böse Behörde) und der feine Impfstoff wird ja nun nicht besser (böse Industrie). Gut, dass da schnell eine Lösung gefunden wird. Der böse Hersteller, der hergestellt und geliefert hat, was bestellt wurde, soll die Ladenhüter gefälligst zurücknehmen. Was auch sonst? Wie kann die böse Industrie glauben, die böse Behörde hätte wirklich das haben wollen, was sie bestellt hat? Dann hätte sies doch gesagt. Und überhaupt, Schwamm drüber und weg mit dem Schrott. Und zwar per Erwachsenen-Ebay nach Iran und in den Kosovo. Die Menschen dort warten sicher schon auf diesen Segen. Es ist wie immer: Die böse Behörde kann sich hier ein Verhalten leisten, das dem Endverbraucher in der Regel nicht zusteht. Oder kann ich Medikamente umtauschen? Dann würde ich gern ACC gegen richtig harte Sachen tauschen. Meine Tabletten dürfen dafür gerne in Drittländer verklappt werden, am besten ohne Chargenkennzeichnung und Beipackzettel, das macht nur Ärger.

Ach ja, und wenns nicht klappen sollte mit dem nationalen Abwracken der Glaswaren: Weißglas darf in den Container, aber die Flüssigkeit gehört vorher entsorgt. Und bitte nicht in der Spüle, sondern beim Giftmobil, gell? Außerdem gehört der Alurand abgetrennt und auch der Kunststoff, durch den die Nadel sticht, gehört sortenrein entsorgt. Da müßte man nochmal im Beipackzettel lesen, ob das nun PE oder PET ist, sicher ist sicher.

Ein hervorragender Beitrag zu politischer Glaubwürdigkeit und ein leuchtendes Zeichen souveränen Krisenmanagements. Hallo? Gibt es auf diesem Planeten einen Entscheider, dem das peinlich ist? Der- oder Demjenigen bin ich für einen Kommentar zu diesem Artikel dankbar.

Germanys Größter Gaudi-Gigant (GGGG)

Am Donnerstag hatte ich das Vergnügen, Ottfried Fischer mit seinem aktuellen Programm im Münchner Schlachthof zu erleben. Vergnügen, weil ich ihn endlich von einer anderen als der bekannteren Fernsehseite gesehen habe. Und, weil er eine willkommene Abwechslung in einer speziellen Zeit ist.

Seine Wachheit, seine Sprachgewaltigkeit, sein Zynismus und seine Schärfe, die sich oft an der Grenze des politisch Korrekten bewegt, haben mich ebenso beeindruckt wie die Fundierung und der Tiefsinn, die hinter seinen Texten stecken. Schön auch, dass in den Raum nur 60 Menschen passten, wodurch eine gewisse Nähe simuliert wurde.

Trotz seiner Krankheit wirkt er sehr wach und konzentriert, nur die Sprache könnte manchmal klarer sein. Ich unterstelle mal, dass er seine Miete gerade so bezahlen kann. Demnach tourt er wohl aus Überzeugung. Und das ist schon ein Privileg: Das zu tun, wofür sein Herz schlägt.

Auch, wenn er das Programm wohl überall ähnlich darbietet, hats mir doch sehr viel Spaß gemacht. Das Leitthema ist die Heimat, wofür Fischer „nach 30 Jahren beruflicher Tätigkeit im heimatlichen Bereich“ als Experte gelten kann. „Da habe ich eine Kompetenzvermutung.“

Danke Ottfried Fischer. Sie treffen ins Schwarze, Sie stehen zu sich, beobachten gründlich und formulieren treffend. Wir haben sogar eins Ihrer Bücher erworben, ganz ohne die Buchhändlershow. Ich freu mich schon aufs Lesen!

Ziviler Ungehorsam in Zeiten der Globalisierung

Ilse Aigner hat ein Machtwort gesprochen und Genmais in Deutschland verboten. Das erfreut laut Emnid die Mehrheit der Deutschen, vor allem unter Schülern gibt es eine breite Zustimmung zu dieser Maßnahme.  Es sei übrigens keine politische, sondern eine fachliche Entscheidung gewesen. Aber wie üblich ist das ganze nicht so einfach. Annette Schavan hat nämlich ihre Kollegin getadelt. Schließlich könne man nicht einerseits für Forschung und technologische Innovation sein und andererseits die Anwendung verbieten.

Wollen wir nun also Genmais oder nicht? Monsanto sagt uns, warum wir das wollen sollten: Höherer Ertrag, Resistenz gegen Schädlinge und auch gegen den potentesten Schädlingsvernichter aus dem Hause Bayer. Ein Segen also für die gebeutelte Landwirtschaft?

Der Verbraucher ist da ja etwas skeptischer, zumindest vordergründig. Denn ob es wirklich gesund ist, Mais von Feldern zu essen, der vorher mit feinstem Gift „geschützt“ wurde, muss dahinstehen. Und wer weiß schon, was die gentechnisch veränderten Lebensmittel in uns auslösen. Das Dumme ist, dass wir ja in Zeiten der Globalisierung leben. Und es keine wirkliche Kennzeichnungspflicht für Gentechnik in Lebensmitteln gibt. Wissen wir also genau, was wir essen? Und wenn wir keinen Genmais einsetzen, sind unsere Landwirte dann nicht benachteiligt gegenüber ihren Kollegen in Spanien, die ihre Erträge mit Hightechsamen steigern? Und können wir uns den Luxus leisten, in dieser Frage das gallische Dorf zu geben? Von sozialromantischen Themen wie dem Eingriff in die Schöpfung wollen wir jetzt mal nicht reden, das überlassen wir den C-Parteien.

Und dann gibt es da noch ein Problem: Wer sein Feld neben einem „Genfeld“ hat, kann sich fast nicht gegen die Verunreinigung seiner Pflanzen durch den Nachbarn schützen. Denn Bienen und der Wind verbreiten natürlich nicht nur „Gutes“. Das wirft auch die Frage auf, ob ein Feldnachbar, der kostenlos vom Genmais „profitiert“, die Urheberrechte des Herstellers verletzt. Monsanto soll andernorts eigene Kontrolleure einsetzen.

Schön, dass es auch in Krisenzeiten zivilen Ungehorsam gibt. Die Bantam-Initiative ruft ihre Unterstützer dazu auf, ihre Mais-Sorte anzubauen und sich in die „goldene Karte“ einzutragen. Sie zeigt die Anbauorte und soll „Schutzzonen“ definieren, um Genmais zu verhindern. Da es keinen Schutz mehr für private Anbauer gibt, soll dies ggf. einen gewerblichen Eindruck erwecken. In jedem Fall eine sympathische Art, die noch dazu sicher lecker schmeckt…

Mit Frau Aigners Machtwort hat die Initiative nach vier Jahren eines ihrer Ziele erreicht. Steter Tropfen höhlt eben doch den Stein.

Interview mit Krisenvorsorge

Vor einigen Tagen habe in einem  Beitrag über krisenvorsorge.com berichtet. Der Betreiber der Webseite, Herr Gerhard Spannbauer, hat noch am selben Tag den Eintrag heftig kritisiert. Ich habe ihm per Mail geantwortet und ihn gefragt, ob er nicht ein paar Fragen zu seiner Webseite beantworten möchte. Netterweise hat er eingewilligt. Spannend ist es leider nicht geworden.


FH: Die Banken, Finanz- und Wirtschaftskrise ist in aller Munde, Medien und Politiker beratschlagen die besten Lösungen wie Unternehmen und Arbeitsplätze zu retten sind, sie gehen ein Stück weiter und geben Überlebenstipps. Woher dieser Fatalismus?

GS: Wenn man sich die weltweiten finanziellen Verwerfungen und die schier unendliche Verschuldung in Kombination mit der heutigen just-in-time Logistik anschaut, zwingt sich dies förmlich auf. Wir leben in einer scheinbar sicheren Welt, die aber bei weitem nicht so sicher ist wie sie wirkt. Leider sind wir alle aufgrund der letzten Jahrzehnte sehr verwöhnt und können uns Störungen in unserer „heilen“ Welt kaum vorstellen. Wenn aber die Grundlagen – das Geldsystem – total pervertiert ist, droht großes Unheil. Mittlerweile hört man meine Ansicht auch von anderen fundierten Quellen.

FH: Viele dieser Quellen stammen aus dem Kopp-Verlag, dem „Verlag und Fachbuchversand für Enthüllungsliteratur, Verschwörungen, unterdrückte Informationen und Erfindungen und Geheimgesellschaften“ mit Büchern wie „UFOs – die unerwünschte Wahrheit“ oder „Sehen Tote wirklich ALLES?“. Ein Verlag der, vorsichtig ausgedrückt, nicht den seriösesten Ruf hat. Belügen uns die konventionellen Medien?

GS: Ich sage seit Monaten, wer die Entwicklung und die Krise jetzt nicht erkennt und ernst nimmt, dem kann weder ich noch andere helfen. Ich will keinen überreden oder bekehren, sondern auf eine reale Gefahr hinweisen. Spätesten in drei Monaten werden auch die letzten Zweifler erkennen müssen, wie brisant die Gesamtsituation ist.

FH: Gibt es Erfahrungen die zur Erstellung der Seite führten?

GS: Als ich vor Jahren begann mich mit der aufziehenden Finanzkrise zu beschäftigen, war mir schnell klar, dass wir es diesmal mit etwas größerem zu tun haben und das eine finanzielle Vorsorge alleine nicht reicht. Jeder der sich die Fakten einmal genauer ansieht wird leicht zu ähnlichen Schlüssen kommen.

Möglichweise glauben Sie den Beschwichtigungen und Prognosen der Politiker, aber schauen Sie mal sechs Monate zurück. Damals sagte Herr Steinbrück z. Bsp. „es wäre ein amerikanisches Problem“ und „unsere Banken sind besser aufgestellt“.

FH: In ihrem Beitrag „Die wirklichen Ursachen der Finanzkrise“ schreiben sie

„Eine Clique superreicher Familien (Rockefeller, Rothschild, Morgan und weitere) arbeitet seit Generationen daran, die Welt unter ihre Kontrolle zu bringen und hat dieses Ziel dadurch erreicht, dass es ihr gelang, sich das weltweite Finanzsystem unter den Nagel zu reißen“

Das ist geradezu die klassische New World Order Verschwörungstheorie. Macht man es sich mit solchen Erklärungen nicht zu einfach, ist die Welt nicht vielleicht doch komplexer als solche Theorien glauben machen wollen?

GS: Bereits seit Jahrhunderten spielen mächtige Familien eine nicht unbedeutende Rolle in der Politik und dem Weltgeschehen. Alleine wenn man sich die Eigentümerstruktur der größten privaten Notenbank, der FED, ansieht, zwingt sich dieser Schluss auf.

FH: Zum einen ist das Federal Reserve System keine private Notenbank sondern teilstaatlich, die beteiligten Banken sind verpflichtet am System der FED teilzunehmen. Von daher ist die Eigentümerstruktur vorgegeben. Das die FED an der derzeitigen Krise sicherlich eine nicht unbedeutende Teilschuld hat ist unbestritten und wird direkt mit ihrem ehemaligen Vorsitzenden Alan Greenspan in Zusammenhang gebracht. Die Geschichte von den mächtigen Familien, die im Hintergrund die Fäden spinnen, ist doch schon von den Nationalsozialisten und ihren Protokollen der Weisen von Zion angeführt worden und heute hinreichend widerlegt. Was hätten diese Kreise von einer weltweiten Krise, warum sollten sie sich das weltweite Finanzsystem erst unter den Nagel reißen und dann alles kollabieren lassen?

GS: Die mächtigen Familien kaufen jetzt mit aus dem Nichts geschaffenen Geld Realwerte wie Rohstoffe, Immobilien, Nahrungsressourcen und werden nach dem Zusammenbruch viel reicher und mächtiger sein. Mit dieser macht werden wie – wir es bspw. nach dem inszenierten 11. September oder dem ominösen Kampf gegen Terror gesehen haben – neue Überwachungsgesetze und Drangsalierungen unserer Freiheit erleben.

FH: Sie empfehlen die Schweiz als sicheren Hort für Geld und Gold, namentlich sogar eine Raiffeisenbank im Grenzgebiet. Warum sollte gerade die Schweiz, die wegen ihres großen Finanzsektors heftig durch die Krise getroffen wird, der sicher Hafen sein? Wird nicht, wenn die globale Krise so eintritt wie sie es beschreiben, die ganze Welt in Trümmern liegen?

GS: Ich empfehle die Schweiz für ein privates Schließfach. Die Schweiz liegt räumlich nahe und akzeptiert noch privaten Besitz, was mir in Deutschland und der EU nicht der Fall zu sein scheint. Die Krisenvorsorge sollte meiner Meinung nach auf verschiedenen Beinen stehen und die Schweiz ist ein Teil dieser Strategie. Sollte die Welt tatsächlich völlig in Trümmern liegen, würde dies möglicherweise wenig helfen. Sollte es aber nicht ganz so schlimm kommen, könnte dies ein wichtiger Hort fürs Geld und ganz besonders fürs Gold sein. In Deutschland kann man sich leicht ein Goldverbot wie damals in den USA vorstellen.

FH: Auf ihrer Webseite betreiben sie einen Shop. Hier verkaufen sie auch Goldbarren, bezeichnen sie als „Rettungsboote“ und schreiben von hoher Nachfrage und langer Lieferzeit. Zwar ist der Goldpreis tatsächlich gestiegen, aber von Lieferengpässen ist mir nichts bekannt. Zudem verkaufen sie den 100g Goldbarren mit deutlichem Aufschlag. Laut Sortenkurs vom 25. Februar beträgt ihr Aufschlag über 400 Euro, das sind 15%. Finden sie es nicht ein wenig unmoralisch mit der Panik, die auf ihrer Webseite durchaus geschürt wird, Geld verdienen zu wollen und dann auch noch mit Zuschlägen?

GS: Ich betreibe auf meiner Seite einen Shop, weil mich viele Leser immer wieder fragten, wo sie all die beschriebenen Dinge herbekommen. Gold ist bei uns teurer, weil wir es aus der Schweiz einführen und infolgedessen einen hohen Aufwand mit den Devisenkosten, dem Transport etc. haben. Fakt ist, dass Sie bei vielen Banken und Edelmetallhändlern aufgrund der hohen Nachfrage oft kein Gold sofort mitnehmen können. Wir liefern sofort und unseren Käufern ist dieser Vorteil einiges wert. Jeder kann die die Preise vergleichen und keiner muss bei uns kaufen.

FH: Auch Waffen sind in ihrem Shop käuflich zu erwerben. Deutschland hat ja schon einige Krisen gemeistert, ohne dass es zu blutigen Bürgerkriegen kam. Finden sie es nicht übertrieben die Bürger zur Bewaffnung aufzurufen?

GS: Ich habe mich bei Selbstverteidigungsexperten erkundigt und allein der Glaube, dass man nicht wehrlos da steht ist eine Menge wert. Angesichts der Tatsache, dass wir in einem sehr dicht besiedelten Land leben, vor tiefen strukturellen Einbrüchen stehen und die meisten völlig unvorbereitet getroffen werden, erscheint mir die Wahrscheinlichkeit für Übergriffe als sehr hoch. Ich sitze nicht wehrlos da und lasse mir von einem Rudel Rumtreiber mir meine Vorräte klauen.

FH: Neben einigen klassischen Selbstverteidigungsgerätschaften wie Pfefferspray und Elektroschocker, die sie in ihrem Shop anbieten, ist aber ihr Mittel der Wahl zur Selbstverteidigung die Armbrust. Ich durfte in meinem beruflichen Leben einige Erfahrungen mit Schusswaffen zur Selbstverteidigung und Gefahrenabwehr machen. Armbrüste scheinen mir da eher ungeeignet, zum Zwecke der Selbstverteidigung schon fast gefährlich zu sein. Wieso dieser Hang zur Armbrust?

GS: Ich will mir die Vorgenannten vom Leibe halten und da erscheint die Armbrust als recht praktisch. Vor allem, weil damit gezielte Warnschüsse abgeben kann. Ideal hat man mehr als eine Armbrust, so kann die zweite immer von einem anderen geladen werden.

FH: Ich habe ein wenig den Eindruck, sie bereiten die Folgen der Krise vor, wie andere Leute auf den großen Familienurlaub. Checklisten, Rucksack, Waffen. Man könnte fast denken, sie freuen sich ein bisschen darauf?

GS: Sie können mir glauben, ich würde viel dafür geben, wenn ich wüsste, ich kann friedlich schiedlich weiter leben und müsste mir auch hinsichtlich der Zukunft meiner Kinder keine Sorgen machen. Allerdings zeigen die aktuellen Pleiten und Milliardenlöcher, die umfangreiche Kurzarbeit und die Stellenstreichungen, dass es bergab geht und demnächst noch manch andere Grenze nach unten gerissen wird.

Ich habe eine kleine Immobilien GmbH und sehe dort wie auch bei vielen Partnern, wie das geschäftliche Umfeld sich extrem verschlechtert.

FH: Im Internet, so auch bei den Kommentaren zu ihrem Buch „Wie man sein Einkommen mit weniger Aufwand verdoppelt“ werden sie als Scientologe bezeichnet. Auf dieser Webseite werden sie namentlich genannt und als Teilnehmer an einigen Scientology-Kursen geführt. Sind sie Scientologe? Steckt Philosophie von L. Ron Hubbard hinter krisenvorsorge.com?

GS: Ich war über Jahre bei Scientology und habe dort Kurse und Seminare besucht. Vor Jahren bin ich dort weggegangen, weil ich mit dem aktuellen Vorgehen von Scientology nicht einverstanden bin. Scientology hat mit der Krisenvorsorge nichts zu tun und steckt auch nicht dahinter. Ich bin und war nicht Mitarbeiter bei Scientology und auch niemals, wie manchmal im Netz behauptet wird, ein „hohes Tier“ bei Scientology.

FH: Darf ich fragen, mit welchem konkreten „aktuellen Vorgehen“ von Scientology sie nicht einverstanden waren?

GS: Scientology hat sich von den Lehren Ihres Gründers entfernt und praktiziert nicht das was sie vorgibt.


Krisengewinn 2.0

Gerhard Spannbauer macht normalerweise in Garagen. Kauf, Verkauf, Bau, etc. Ein anständiges Gewerbe. Und weil das Garagengeschäft scheinbar ein aufwandarmes, aber recht lukratives Geschäft ist, hat er ein Buch geschrieben, „Wie man sein Einkommen mit weniger Aufwand verdoppelt“ und bietet seine Weisheiten auch als Vortrag an. Schön und gut so weit, ein Selfmademan mit einem gewissen Mitteilungsbedürfnis. Nicht weiter schlimm, denkt man sich.

Gestolpert bin ich über den guten Herrn Spannbauer jedoch auf www.krisenvorsorge.com. Einer weiteren Seite aus dem Spannbauer-Imperium. Auf der Startseite wird einem sofort klar gemacht um was es jetzt geht. Endzeit. Armageddon.

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Das macht Lust auf mehr.

Herr Spannbauer empfiehlt einen 3 Punkte Plan. Erstens Finanzen sichern. Das geht ganz einfach. Lebensversicherung, Sparbücher und schlechte Mieter kündigen, alles andere verkaufen. Sinn macht nur Bares und Gold, letzteres kann man gleich in seinem Webshop erwerben, er hat die Barren in ausreichender Menge vorrätig. Dafür bezahlt man dann auch gerne 276 Euro Aufschlag, die ganze Lagerhaltung verursacht sicher immense Kosten.

Punkt Zwei: Nahrung. Wenn erstmal die Versorgung durch Aldi zusammengebrochen ist, droht der Hungertod. Deshalb empfiehlt der Rüdiger Nehberg der Garagenindustrie eine ausreichende Vorratshaltung. Am besten Getreide, passende Mühlen und Backautomaten und das Getreide im praktischen 25kg-Gebinde gibt’s ebenfalls im Webshop.

Schließlich seine Tipps für den Bereich persönliche Sicherheit. Armbrüste sind das Mittel der Wahl, weil Schusswaffen dummerweise ja verboten sind. Aber auch sonst gibt es vom Pfefferspray bis zur Steinschleuder alles im Shop. Praktischerweise ist die Einkaufsempfehlung eines „befreundeten Polizisten“ gleich dabei:

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Obwohl es bei der Abnahmemenge schon Rabatte gibt, kommt man auf über 350 Euro, alleine für das Sicherheitszeug.

Und so geht es über zig Seiten, Checklisten und Krisenblog weiter. Jede Menge „Tipps“, denen man am besten gleich im Shop nachkommt, dazu noch ein paar alternative Ernährungstipps und Bücher über Verschwörungstheorien.

Ob der Umsatz stimmt? In jeder Kriste steckt auch eine Chance. Chapeau, Herr Spannbauer, vielleicht sollte ich mir ihr Buch kaufen.

Nachtrag:

Ich bin scheinbar nicht der erste, der über den Herrn Spannbauer gestolpert ist. Auch der hochverehrte Bayerische Rundfunk hat schonmal über den Mann berichtet. Ab 2:26:

Entgangen ist dem Sprachrohr der Bayerischen Landesregierung, dass der gute Mann, gemäß dieser Webseite, in Verbindung mit Scientology gebracht wird. Was auch wieder gut ins Bild passen würde. Ich sag nur Xenu.

Reisfracht

Reis nach Russland zu importieren scheint ein gefährliches Geschäft zu sein. Kaum stimmt was mit der Qualität nicht, wird man versenkt. Die „New Star“ ist sicher kein astreines Schiff gewesen. Wenn man sich die Liste der Hafenstaatskontrollen der letzten Jahre so anschaut, sträuben sich einem alle Nackenhaare. Der Dampfer war gerade einmal vier Jahre alt und in einer Tour auffällig. Die Klassifikationsgesellschaft „New United Marine Services“ ist mir und Google unbekannt. Spricht alles nicht wirklich für ein Qualitätsschiff. Sprich, früher oder später wäre der Kahn eh untergegangen.

Trotzdem finde ich die Mitteilung der russischen Staatsanwaltschaft zynisch. Erst wird der Frachter mit 500 Schuss versenkt und dann sind die untauglichen Rettungsmittel daran schuld, dass acht Seeleute umgekommen sind.

L’équipe franco-allemande

Ein Highlight auf Bahnreisen ist ja immer die Fremdsprachenkompetenz des Zugpersonals. Und Englisch klingt in Wirklichkeit auch nur mit sächsischem Dialekt richtig schön. Heute hatte ich allerdings ein Erlebnis der besonderen Art. Auf dem Weg nach Karlsruhe saß ich an Bord des TGV nach Paris, der von der Deutschen Bahn und der SNCF gemeinsam betrieben wird. Der deutsche Zugchef liest also die vorformulierten Texte gleich dreisprachig vor. Grausames Französisch, aber man kann eben nicht alles können. Besonderes Pech, dass sich ausgerechnet heute ein lebensmüder vor einen Zug wirft und wir dadurch eine Stunde Verspätung haben. Wenn das aber doch nicht auf dem Zettel steht… Die Improvisation am Mikrofon hat die Fahrgäste eher belustigt als informiert. Und die équipe franco-allemande ist gar nicht so vielsprachig wie beworben.

Ein nettes Detail: trotz Kooperation und Globalisierung kann der französische Schaffner Zugbegleiter leider die deutschen Onlinetickets nicht scannen – und andersrum, versteht sich…