Über die Qual 14 Tage vor der Wahl

In zwei Wochen soll ich mal wieder Weichen stellen, Verantwortung übernehmen und die Menschen wählen, die meine Interessen im Bundestag vertreten sollen. Wen aber soll ich denn nun beauftragen? In den Medien habe ich den Eindruck, dass die Politik letztlich viel tut, aber wenig bewegt. In der weltweiten Krise hatte letztlich niemand eine Lösung. Stattdessen wurde viel öffentliches Geld sinnlos ausgegeben, um die Symtome zu bekämpfen und die Wähler zu beruhigen, statt die Ursache langfristig zu beseitigen.

Sollte ich also nicht zum Wählen gehen? Eine gute Ausrede hätte ich, schließlich bin ich am Wahlsonntag fern der Heimat. Aber nein, da war ja was. Diese Kombination aus Naivität, demokratischen Idealen und Sorge vor den Extremen. Wählen ist erste Bürgerpflicht. Spießig, aber vermutlich richtig. Nicht wählen ist schließlich auch keine Lösung. Und weil ich mich nunmal nicht um alles selbst kümmern kann und auch noch keine der Parteien angerufen und mir ein Mandat angetragen hat, werde ich wohl doch wieder jemanden nach Berlin schicken müssen.

Wer hilft mir bei der Entscheidung?

Wahlplakate zur Bundestagswahl 2009
Wahlplakate zur Bundestagswahl 2009

Wie gut, dass an jeder Ecke diese informativen Plakate hängen. Sie zeigen mir meine Alternativen auf. Wenn ich die obigen Plakate (aufgenommen an meinem S-Bahnhof) sehe, kann ich mich wohl nur zwischen Leid und Elend entscheiden. Was sollen diese Plakate bewegen? Entweder abgedroschene Phrasen oder Gesichter, die ich vermutlich nie mehr sehen werde. Besonders fein die beiden Kandidaten, denen es offenbar vor lauter Wahlkampfstress nicht mehr möglich war, zum Friseur zu gehen oder sich zumindest zu rasieren. Wäre schon interessant zu erfahren, wie viele Stimmen auf solche Plakate zurückzuführen sind. Um es klarzustellen: meine Stimme habt ihr dadurch nicht bekommen!

Ich fühle mich jedenfalls von den Parteien im Stich gelassen. Ich denke, dass wir da einen gigantischen Demokratieapparat unterhalten, der letztlich nur einen Mangel verwaltet und keinen echten Gestaltungswillen hat. Letztlich geht es immer darum, wiedergewählt zu werden. Das verhindert richtige ebenso wie mutige und kluge Entscheidungen und sorgt für Politikverdrossenheit bei allen, die den Teufelskreis durchschauen.