Warum nicht einen Querzahnmolch als Haustier?

Ich bin nicht unbedingt für meine Tierliebe bekannt. Das liegt aber gar nicht so sehr an meinem harten Herz, sondern vor allem an Zeitmangel und vielleicht daran, dass ich als Kind alle möglichen Haustiere ausprobiert habe. Fazit damals: Sie machen jede Menge Arbeit und früher oder später sterben sie doch.

Diese Einstellung erlaubt es mir, mit einer gewissen Gelassenheit auf die Haustiervorlieben in meinem Umfeld zu blicken. Und da ist mir eben dieser Exot begegnet. Ein Freund (eigentlich richtig: seine Freundin) hat sich ein Axolotl zugelegt. Niederbayern nennen diesen Zeitgenossen gerne auch liebevoll Ambystoma mexicanum. Es handelt sich um eine Salamanderart aus Mexiko, die zeit ihres Lebens im Dauerlarvenstadium verharrt und im Aquarium gehalten wird. Das Verdienst, dass diese optisch irgendwo zwischen Kröte und Autoreifen verortbaren Tierchen auch bei uns bestaunt werden können, fällt offenbar Alexander von Humboldt zu.

Die Haltung scheint unproblematisch und erfolgt in der Regel im Aquarium. Auch Teiche bereichern manche offenbar mit Axolotln, wobei meine neue Lieblingswebseite eindringlich vor den Gefahren der Artenverschleppung und der Verdrängung anderer Tierarten durch A. warnt. Also bitte im Aquarium lassen, sonst droht eine Invasion. Und auf die Wassertemperatur von maximal 25 Grad achten, da sind Axolotl eigen: „Zu hohe Temperaturen bedeuten für Axolotl großen Stress und steigern die Krankheitsanfälligkeit drastisch.“ Oh nein! Deshalb werden auch gleich Kühlideen für den heimischen Teich empfohlen, denn wer will sich schon mit Teilwasserwechseln belasten.

Wahrscheinlich fehlt mir das Verständnis, um zu erkennen, was der Reiz dieses Exoten sein soll. Aber das wissen die Kenner viel besser als ich und dementsprechend wünsche ich den Kennern viel Freude mit Herrn Axolotl. Immerhin sind die Anschaffungskosten gering, die „aquristische Ausstattung“ im konkreten Fall vorhanden und er (oder es?) ist sicher in guten Händen. Angesichts der Lebensdauer von mehr als 16 Jahren ist das allerdings schon fast der Bund fürs Leben…