Der Staat und die Gewalt

SPON berichtet über den Übergriff eines Polizeibeamten auf eine 15jährige, die nach der Fahrt mit dem als gestohlen gemeldeten Auto ihrer Eltern vorläufig festgenommen worden war.

Wenn man auf dem Video sieht, mit welcher Brutalität der Polizist auf das Mädchen losgeht, muss man sich schon fragen, ob er für diesen Beruf geeignet ist. Die Provokationshandlung (unwilliges Schleudern des Schuhs) wirkt nicht besonders aggressiv, die Bilder von seinem engagierten Eingreifen dagegen schon. Ich war nicht dabei, und der Polizeiberuf ist sicher nicht geschenkt immer einfach. Aber das Gewaltmonopol des Staates halte ich schon für so bedeutend, dass die Staatsmacht verantwortungsvoll damit umgehen sollte. Deshalb ist es wichtig, dass der Vorfall untersucht wird und folgerichtig, dass der Beamte suspendiert und angeklagt wurde. Besonders erschreckend finde ich die Gewalt, mit der er das Mädchen an den Haaren zu Boden wirft und dann noch auf die völlig Wehrlose einschlägt. Sein Azubi-Kollege macht als williger Helfer auch nicht die beste Figur, aber das ist wohl sozialer Druck in Reinform. Jedenfalls kann er froh sein, dass sie keinen Atemstillstand bekommen hat, sonst ginge es jetzt wohl um etwas mehr als ein Jahr Haft…

Zartes Spiel zwischen Politik und Pädagogik

Weil gerade Lehrermangel herrscht, wird die Politik kreativ. Unternehmen sollen also ihre Besten für zwei Stunden pro Woche an die Schulen schicken, um Unterricht zu halten – unbezahlt, versteht sich. Begründung: die Absolventen, die den Lehrerberuf ergreifen, seien nicht die Besten ihrer Jahrgänge. Als Indikator wird ausgerechnet der Abiturschnitt herangezogen.

Den Vorschlag finde ich zynisch. Nicht nur, dass es sehr seltsam anmutet, Menschen ohne pädagogische Qualifikation aus Unternehmen stundenweise  unbezahlt auf unsere Zukunft loszulassen. Als käme es nur auf die fachliche Kompetenz an und nicht auf die Kunst des Vermittelns und vor allem auf die menschliche Begleitung und die Identifikation mit den Menschen, denen man das Lernen beibringt und ein selbstbestimmtes Teilhaben an der Gesellschaft ermöglicht. Außerdem wirkt das sehr dankbar gegenüber denjenigen, die sich Tag ein, Tag aus im undankbaren Lehrerberuf einbringen, alle Widrigkeiten des Alltags ertragen und sich nicht nach 2 Stunden aus der Affäre ziehen können. Dann noch zu jammern, es würden nicht die Besten eines Jahrgangs Lehrer, erhöht sicher die Motivation.

Und dann der Witz mit den Schulnoten als Indikator. Viele Lehramtsbewerber seien bequem, inkompetent, überfordert sowie unmotiviert. Wer glaubt, diese Eigenschaften ließen sich mit einem Einserabitur ausschließen, muss die eigenen Erfahrungen mit dem Schulsystem schon erfolgreich verdrängt haben.

Lehrer in Baden-Württemberg
Lehrer in Baden-Württemberg: Die Länder buhlen um Absolventen

Insgesamt ist die Situation aber sehr spannend, führt sie doch zum Wettbewerb der Bundesländer um die Nachwuchs-Lehrer. Da zeigen sich auch viele Probleme des öffentlichen Dienstrechts, aber über die schreiben wir ein Andermal.

Hallo Welt

Jetzt ist es also so weit. Nachdem wirklich jeder Trottel das Internet mit seiner Meinung bereichert, betreten nun auch wir diese Bühne. Und ich bin weniger skeptisch als Christian. Ich habe gelernt, dass jeder ein eigenes Blog als Selbsterfahrung oder, wie es niederbayerisch heißt, proof of concept (POC), schreiben muss, zumindest eine zeitlang.

Also bin ich weniger skeptisch als Christian und gehe es an. Jedenfalls so lange, bis eine Heuschrecke uns für zwei Milliarden Euro kauft. Interessenten hinterlassen bitte einfach einen Kommentar. Auf gehts!