Es muss sein: Winnenden-Nachlese

Etwas spät, ich weiß. Das hat mit der vornehmen Zurückhaltung zu tun, die feine Herren machnmal üben und die den Massenmedien in Winnenden mal wieder gefehlt hat.

Also: ich finde es peinlich, mit welcher Berechenbarkeit die immer gleichen Reformen, Forderungen und Bedenken nach der Tragödie vorgebracht wurden. Computerspiele verbieten, Schützenvereine sowieso, Waffenrecht verschärfen, Schulen mit Metalldetektoren ausstatten, Unterstützungsnetzwerke für Schüler bieten. Soso. Als hörten wir das zum ersten Mal. Frustrierend, dass man nach jedem ähnlichen Ereignis auf diese Äußerungen wetten kann. Frustrierend, dass so viele „Experten“ die mediale Aufmerksamkeit solcher Ereignisse nutzen. Frustrierend, wie sich die Medien verhalten und das Leid Anderer ausschlachten, um Quote zu machen. Frustrierend, dass wir schnell zur Tagesordnung übergehen. Und frustrierend, dass sich nichts ändern wird. Bis zum nächsten Amoklauf.

War Winnenden eine Tragödie? Selbstverständlich. Wir sollten trauern, mit dem Leid der Opfer, Helfer, Überlebenden und Angehörigen fühlen und ihnen Respekt erweisen. Wir sollten aus dem Muster des Ereignisses lernen. Aber wir sollten nicht die falschen Schlüsse ziehen. Und wir sollten berechtigte Themen und Forderungen nicht immer an akuten Ereignissen fest machen, sondern „in Friedenszeiten“ und nachhaltig angehen. Das versachlicht die Diskussion und erhöht die Chancen auf Erfolg. Hudelei bringt Flickwerk und lindert kein Leid.

Ein Gedanke zu „Es muss sein: Winnenden-Nachlese“

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