„Das ist Deutschland hier“ – na denn Prost!

Ich weiß, ich bin wieder spät dran, da waren andere schneller. Aber es ist mir ein Anliegen. Unser potenzieller künftiger Außenminister Guido Westerwelle hat sich in der Pressekonferenz nach der Bundestagswahl gleich mal mit Ruhm bekleckert. Da sollte man doch mal laut über das Kompetenzprofil für gewisse Ämter nachdenken dürfen. Ich jedenfalls möchte mich von Ihnen nicht vertreten lassen, sehr geehrter Herr Westerwelle. Schon gar nicht im Ausland.

Was war passiert? In der Pressekonferenz fragt der Kollege der BBC höflich, ob er seine Frage auf englisch stellen dürfe, sicher nicht ohne Grund. Daraufhin druckst Westerwelle herum, weil er dies nicht möchte und verweist auf die Gepflogenheiten auf deutschen Pressekonferenzen. Die BBC fragt daraufhin auf deutsch, bekommt eine banale Antwort. Dann schiebt Westerwelle nach, man könne sich gerne mal zum Abendessen treffen und dort nur englisch sprechen. Offenbar wars ihm selber peinlich…

Nun ist es formal sicher korrekt, auf der Amtssprache zu beharren. Und man wird dem unverhofften Wahlsieger eine gewisse Nervosität zubilligen müssen angesichts dieses historischen Ereignisses. Von Souveränität eines künftigen Außenministers und Vizekanzlers zeugt der Lapsus indes nicht. Er wirkte richtig unbeholfen. Ich habe mich jedenfalls fremdgeschämt!

Über die Qual 14 Tage vor der Wahl

In zwei Wochen soll ich mal wieder Weichen stellen, Verantwortung übernehmen und die Menschen wählen, die meine Interessen im Bundestag vertreten sollen. Wen aber soll ich denn nun beauftragen? In den Medien habe ich den Eindruck, dass die Politik letztlich viel tut, aber wenig bewegt. In der weltweiten Krise hatte letztlich niemand eine Lösung. Stattdessen wurde viel öffentliches Geld sinnlos ausgegeben, um die Symtome zu bekämpfen und die Wähler zu beruhigen, statt die Ursache langfristig zu beseitigen.

Sollte ich also nicht zum Wählen gehen? Eine gute Ausrede hätte ich, schließlich bin ich am Wahlsonntag fern der Heimat. Aber nein, da war ja was. Diese Kombination aus Naivität, demokratischen Idealen und Sorge vor den Extremen. Wählen ist erste Bürgerpflicht. Spießig, aber vermutlich richtig. Nicht wählen ist schließlich auch keine Lösung. Und weil ich mich nunmal nicht um alles selbst kümmern kann und auch noch keine der Parteien angerufen und mir ein Mandat angetragen hat, werde ich wohl doch wieder jemanden nach Berlin schicken müssen.

Wer hilft mir bei der Entscheidung?

Wahlplakate zur Bundestagswahl 2009
Wahlplakate zur Bundestagswahl 2009

Wie gut, dass an jeder Ecke diese informativen Plakate hängen. Sie zeigen mir meine Alternativen auf. Wenn ich die obigen Plakate (aufgenommen an meinem S-Bahnhof) sehe, kann ich mich wohl nur zwischen Leid und Elend entscheiden. Was sollen diese Plakate bewegen? Entweder abgedroschene Phrasen oder Gesichter, die ich vermutlich nie mehr sehen werde. Besonders fein die beiden Kandidaten, denen es offenbar vor lauter Wahlkampfstress nicht mehr möglich war, zum Friseur zu gehen oder sich zumindest zu rasieren. Wäre schon interessant zu erfahren, wie viele Stimmen auf solche Plakate zurückzuführen sind. Um es klarzustellen: meine Stimme habt ihr dadurch nicht bekommen!

Ich fühle mich jedenfalls von den Parteien im Stich gelassen. Ich denke, dass wir da einen gigantischen Demokratieapparat unterhalten, der letztlich nur einen Mangel verwaltet und keinen echten Gestaltungswillen hat. Letztlich geht es immer darum, wiedergewählt zu werden. Das verhindert richtige ebenso wie mutige und kluge Entscheidungen und sorgt für Politikverdrossenheit bei allen, die den Teufelskreis durchschauen.

Von Undank und Widerstand im Netz

Am 7. September haben 15 (dabei sollten es doch bei wichtigen Projekten immer 7 sein) selbst ernannte web 2.0-Experten um Sascha Lobo ihr „Internet-Manifest“ veröffentlich. Es erklärt in 17 Behauptungen, wie Qualitätsjournalismus in Zeiten des Internets aussehen sollte.

Ich habe mich zunächst kritisch zu dem Text geäußert, weil ich denke, dass er viele Selbstverständlichkeiten enthält. Und weil ich einigen ihre Überzeugungstat und edlen Motive bei der Erstellung des Textes nicht abnehme, weil es schlichte Interessenvertretung und Existenzsicherung für die meisten Unterzeichner sein dürfte.

Heute habe ich dann Stefan Niggemeiers Reflektion und „Beipackzettel“ zu dem Werk gelesen. Seine Argumentation finde ich vernünftig und verständlich. Und sie passt zur Ankündigung, dass das Manifest der Beginn einer spannenden Diskussion sein kann. Dazu gehören Autoren, die sich offen mit Kritik auseinandersetzen. Respekt. Vor allem, weil es natürlich einfach ist, über die Arbeit anderer zu meckern und sich die Autoren des Manifests somit bewußt der nicht immer konstruktiven Kritik der Netzwelt ausgesetzt haben.

Natürlich sollten wir alle ein Interesse an Qualitätsjournalismus haben, gerade in der heutigen Zeit. Guter Journalismus ist der Garant für Freiheit, selbstbestimmte Lebensteilhabe und Meinungsbildung und ein Grundpfeiler der Demokratie. Dass seine Finanzierung gesichert werden muss und das in Zeiten des kostnix-Internets nicht einfach ist, ist ebenfalls klar.

Spannend jedenfalls, dass die Autoren keine Lösungen anbieten können. Das scheint vielmehr eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe zu werden, deren Lösung mehr sichern wird als journalistische Qualität und die zugehörigen Arbeitsplätze. Und es wird einmal mehr deutlich, dass es insbesondere in der Politik und bei den etablierten Printmedien zu viele gibt, die von einer kompetenten Nutzung des Internets noch weit entfernt sind.

Die Politik sollte dieses Thema ernst nehmen, weil sie sonst von der nachwachsenden Wählergeneration abgehängt wird. Eine erste Chance dazu böte der Bundestagswahlkampf 2009.

Du verträgst keine Satire, Deutschland

Forrest Gump Soundtrack, ein Haufen Prominente, „Du bist Deutschland“. Jeder kennt den Clip:

Ein begabter Student hat den Beitrag persifliert und einen hübschen Film, passend zu Zensursulas KiPo Wahlkampfthematik gemacht.

Du bist Terrorist from lexela on Vimeo.

Schöne Sache. Was passiert? Die hinter „Du bist Deutschland“ stehende Werbeagentur ‚KemperTrautmann‘ droht mit Abmahnung, sollten nicht die Bezüge zur eigenen Kampagne entfernt werden. Der Schuß könnte nach Hinten losgehen.

Kein Einzelfall, einige Tage zuvor wurde eine Sperrseitenpersiflage von Pantoffelpunk nach Aufforderung durch das Bundesverwaltungsamt gesperrt. Die Zeit berichtet ausführlich.

Und all das im Umfeld des 60ten Geburtstages unserer Verfassung. Schönes Geschenk. Es ist zum Heulen in diesem Land. Das sind doch immer nur die Spitzen der Eisberge die hier zum Vorschein kommen. Wieviele Dummheiten der Politiker und anderer Institutionen werden einfach hingenommen, gar nicht mehr registriert? Ach Scheiße.

von hier und hier

Nachtrag: Alexander Lehmann, der Kreative hinter dem Terroristen-Spot, schreibt in seinem Blog, er habe sich mit den Verantwortlichen der Werbefirma geeinigt. Es ging den Werbefuzzismenschen nur um die Kinder. Genau.

Kann das alles wahr sein? III

Es ist zum Mäuse melken: Da hatten wir im März noch eine Nachlese zum Amoklauf von Winnenden veröffentlicht. Und leider gibt es einigen Nachmeldungsbedarf. Nicht nur, dass von der eiligen Diskussion um Gesetzesänderungen wie erwartet nur faule Kompromisse und Peinlichkeiten übrig geblieben sind, jetzt gibt es auch noch einen Bericht zu Schießständen in Schulen. Kein Scherz. Allein 160 sollen es in Nordrhein-Westfalen sein, meldet SPON. Und wer das Bild vom Eisberg kennt, der weiß, was uns bevorsteht.

Das ist doch mal wirklich praktisch und ein echter Kontrast zu den albernen Debatten um Zugangskontrollen, Metalldetektoren und Warneinrichtungen in Schulen. Lassen wir das doch alles und machen wirs den Amokläufern leicht. Waffen und Munition direkt in Schulen zu lagern, verkürzt die Wege und vereinfacht die Logistik. Großes Tennis.

Was kommt als Nächstes? Atomare Endlager im Schul-Heizungskeller? In der Krise wird man doch kreativ sein dürfen. Und Flächen gibt es sicher genug…

In der Krise geht der Trend zum Selbermachen

In Krisen wird gern von den Medien der Trend zum Privaten herbeigeschrieben. „Homing“ oder „Cocooning“ soll das heißen. Soso. Gemeint ist, dass der krisengebeutelte Verbraucher es sich zu Hause gemütlich macht, neue Möbel und einen Fernseher kauft, hochwertige Lebensmittel zubereitet und so an Freizeitangeboten, Gastronomiedienstleistungen und anderen Luxusgütern spart. Cocooning heißt dann wohl auch das Befeuern des Kachelofens und das Anbauen von Salat im eigenen Garten.

Ein schönes Beispiel habe ich kürzlich bei einem Bekannten bewundern dürfen. Er ist recht naturverbunden, sein aktueller Spleen ist die Imkerei. Kein Scherz, mit Haut und Haaren und hoch professionell. Neben Honig und Wachs gehört dazu natürlich auch Met. Selten so gute Honigwaren genossen.

Jedenfalls ist er jetzt einen Schritt weiter gegangen und hat sich eine Destille gekauft, um experimentell Schnaps zu brennen. Und dem ersten Experiment durfte ich beiwohnen. Eine besondere Athmosphäre. Nicht nur, dass die Apparatur wirklich nach do-it-yourself aussieht. Das ganze Ensemble und die kindliche Begeisterung, mit der er drum herumtanzt, beeindrucken mich.

Die Schnapsapparatur des großen Meisters
Die Schnapsapparatur des großen Meisters

In Kürze der Versuchsaufbau: Er hat Kräuter in feinem Kornbrand eingelegt und will daraus nun Hochprozentiges gewinnen. Dazu wird mit einem Brenner die Flüssigkeit erhitzt. Der Alkohol kondensiert im Kühlsystem und wird gesammelt. Das Wasser verdampft.

Die Fingerprobe schmeckt eher nach Medizinbedarf als nach Hochgenuss, aber in diesem Fall ist der Weg das Ziel. Ich habe spontan eine Assoziation zum Physikunterricht vor gefühlten 100 Jahren. Ich bin sicher, mit so einem Lehrer hätte sogar ich Spaß an Naturwissenschaften gehabt!

Teures Klassenzimmer auf hoher See

Passend zur anderen Schule haben die feinen Herren ein feines Projekt aufgespürt: das Projekt „Klassenzimmer unter Segeln“ der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Das Ziel: 30 Gymnasiasten der 10. Jargangsstufe verbringen sechs Monate ohne Schulverlust auf einem traditionellen Segelschiff. Dabei lernen sie neben den eigentlichen gymnasialen Unterrichtsfächern den 24-Stunden-Schiffsbetrieb und viele fremde Länder und Kulturen kennen. Durch die besonderen sozialen Umstände (gemeinsam die Herausforderung der Atlantiküberquerung auf engstem Raum meistern) entstehen besondere gruppendynamische Prozesse. Ein neuer Aspekt soll auch die Verbindung von Schiff und Heimat mit Hilfe digitaler Medien sein.

Geleitet wird das Projekt von Wissenschaftlern und einem erfahrenen Nautiker. Ein Team von Pädagogen kümmert sich mit Wissenschaftlern und einer professionellen Crew um die Schülerinnen und Schüler.

Was ist daran falsch? Erstmal gar nichts, auch wenn die Projektwebseite schon eher nach Urlaub als nach Unterricht aussieht. Der Werbefilm enthält auch einige Argumente, die sicher für die Entwicklung junger Menschen nicht schlecht sind.  Die Idee ist auch nicht neu. Was mich allerdings stört, ist, wem das Projekt zugute kommt. Mit „Projektkosten“ von 2390 Euro im Monat ist der Spaß nämlich nicht ganz billig. Das führt dazu, dass die 30 Teilnehmer jährlich sicher eher privilegierten Elternhäusern entstammen, was nicht unbedingt zu mehr Bildungsgerechtigkeit beiträgt. Die Kosten sind natürlich irgendwo gerechtfertigt, schließlich muss das Schiff gechartert und das umfangreiche Begleitpersonal bezahlt werden. Satt werden wollen auch alle und nach Möglichkeit sollte der Kahn auch nicht absaufen, was Investitionen in die Sicherheit aller Beteiligten erfordert.

Zwar sucht das Team aktuell nach Sponsoren, aber ich frage mich, was das bringen soll. Kostet der Törn dann nur noch 2000 Euro monatlich? Dann ändert sich der potenzielle Teilnehmerkreis nicht. Besonders brisant: ist es wirklich gerechtfertigt, für ein solches Leuchtturmprojekt öffentliche Mittel einer Universität einzusetzen?

Welche konkreten Erkenntnisse bringt das Projekt für die Forschung? Wie verbessert es die Bildungslandschaft in Deutschland für die daheim Gebliebenen? Mir scheint, hier ist eher Skepsis geboten. Natürlich gibt es auch auf kritische Fragen professionelle Antworten. Leider überzeugen sie mich nicht.

Andere Schule im Wandel der Zeit

„Schule… anders machen“. Unter diesem Motto gibt es derzeit eine Themenreihe von Stadtschülervertretung, Münchner Schülerbüro und MVHS im Münchner Gasteig. Thema des ersten Themenabends: „Regionale Bildungslandschaft“. Ziel ist es offenbar, diesen etwas sperrigen Begriff zu durchleuchten und konkreter zu fassen. Als Impuls gibt es Kurzfilme, anschließend eine Publikumsdiskussion und schließlich beleuchten drei Experten das Thema näher. Es sind eher wenig Besucher gekommen, insbesondere die Hauptzielgruppe, die Schüler, sind nur vereinzelt vertreten und haben dementsprechend auch einen geringen Redeanteil. Der Moderator vom Münchner Schülerbüro wirkt abwesend und gelangweilt und würgt die meisten Wortmeldungen ab, weil sie nicht zum Thema passten. Was er stattdessen hören will, sagt er leider auch nicht. Überwiegend geht es darum, wie die Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartnern das Schulleben bereichern und Lernleistung steigern kann. Als Beispiele dienen leider Leuchtturmprojekte, die so wohl eher selten sind, auch, weil die Finanzierung schlicht regulär nicht gegeben ist. Da ist der Schulleiter einer Münchner Hauptschule ein Lichtblick, der sehr bescheiden seine Bemühungen zu diesem Thema darstellt und sich dabei nicht verstecken muss. Ich habe spontan eine Assoziation zu einem anderen Leuchtturmprojekt, das man mal kritisch beleuchten müßte.

Zum Ende der Veranstaltung gibt es nicht nur Häppchen, sondern der unglückliche Moderator nötigt das Publikum dazu, auf einer unglücklich gewählten Karte beliebte Lernorte in München zu markieren.

Trotzdem empfand ich die Veranstaltung nicht so negativ wie mein Kollege. Denn sie bot Gelegenheit, engagierte junge Menschen kennenzulernen, die sich konstruktiv mit einem wichtigen Thema auseinandersetzen: den Lebensraum Schule mitzugestalten. Dass sie dabei die selben Hürden nehmen müssen wie wie vor über zehn Jahren mag bitter sein, passt aber zum etwas trägen System Schule. Und es stört die Protagonisten von heute nicht, da es für sie eine neue, eine einmalige Erfahrung ist, die mit Sicherheit entscheidende soft skills bei ihnen entwickeln wird, die sie wiederum beruflich brauchen können. Die Gespräche haben mich in jedem Fall fasziniert und ich freue mich, dass die nächste Generation wohl noch nicht ganz abgeschrieben werden muss.

Einen Kommentar konnte ich dank des Moderators an besagtem Abend nicht mehr anbringen, deshalb jetzt hier: neben der Möglichkeit, Schule in idealen Rahmenbedingungen mitgestalten zu können, kann auch Widerstand eine wertvolle Motivationsquelle sein. In diesem Sinne: packen wirs an!

Zartes Spiel zwischen Politik und Pädagogik

Weil gerade Lehrermangel herrscht, wird die Politik kreativ. Unternehmen sollen also ihre Besten für zwei Stunden pro Woche an die Schulen schicken, um Unterricht zu halten – unbezahlt, versteht sich. Begründung: die Absolventen, die den Lehrerberuf ergreifen, seien nicht die Besten ihrer Jahrgänge. Als Indikator wird ausgerechnet der Abiturschnitt herangezogen.

Den Vorschlag finde ich zynisch. Nicht nur, dass es sehr seltsam anmutet, Menschen ohne pädagogische Qualifikation aus Unternehmen stundenweise  unbezahlt auf unsere Zukunft loszulassen. Als käme es nur auf die fachliche Kompetenz an und nicht auf die Kunst des Vermittelns und vor allem auf die menschliche Begleitung und die Identifikation mit den Menschen, denen man das Lernen beibringt und ein selbstbestimmtes Teilhaben an der Gesellschaft ermöglicht. Außerdem wirkt das sehr dankbar gegenüber denjenigen, die sich Tag ein, Tag aus im undankbaren Lehrerberuf einbringen, alle Widrigkeiten des Alltags ertragen und sich nicht nach 2 Stunden aus der Affäre ziehen können. Dann noch zu jammern, es würden nicht die Besten eines Jahrgangs Lehrer, erhöht sicher die Motivation.

Und dann der Witz mit den Schulnoten als Indikator. Viele Lehramtsbewerber seien bequem, inkompetent, überfordert sowie unmotiviert. Wer glaubt, diese Eigenschaften ließen sich mit einem Einserabitur ausschließen, muss die eigenen Erfahrungen mit dem Schulsystem schon erfolgreich verdrängt haben.

Lehrer in Baden-Württemberg
Lehrer in Baden-Württemberg: Die Länder buhlen um Absolventen

Insgesamt ist die Situation aber sehr spannend, führt sie doch zum Wettbewerb der Bundesländer um die Nachwuchs-Lehrer. Da zeigen sich auch viele Probleme des öffentlichen Dienstrechts, aber über die schreiben wir ein Andermal.

Tischlein deck dich

Ich bin ja eher Gourmand denn Gourmet und mehr der Typ Gulasch und Nudelauflauf, aber der schon erwähnte ISO-Lehrgang bringt es nun mit sich, dass ich über den wortwörtlichen Tellerrand blicke. So ein Lehrgang wird ja meist in irgendwelchen Tagungshotels abgehalten. Das unsrige ist das wohl weniger und bietet ein Restaurant mit angeblich 13 Gault Millau-Sternen. Das sollte damit wohl über dem Niveau unserer Kantine und erst recht über dem meiner Kochkünste liegen. Gestern gab es, nach der Suppe, Rinderhüftsteak mit irgendeiner Kruste an Zeug, vermutlich Rahmwirsing. Sicher bekocht uns nicht der Chefkoch persönlich aber mit den Hüftsteaks vom Aldi bekomme ich ähnliche Ergebnisse hin. Und das ohne ominöse Kruste und Zeug.

Heute, ich war in Eile, weil musste noch rauchen, nur kurz auf den Menüvorschlag gelinst und Tagliatelle an…Sauce geordert. Zu Beginn gab es Champignon-Extrakt Suppe, fein aber doch sehr würzig. Nichts im Vergleich zu den Tagliatelle, mit denen hätte man Notfalls auch die Holteleinfahrt enteisen können. Nicht Mengenmäßig aber Salz war ausreichend enthalten. Es ist ja schön wenn der Koch verliebt ist, aber wird in Restaurants der gehobenen Kategorie heute nicht mehr abgeschmeckt?

Zumindest die Crème brûlée war dann sehr fein und das obwohl ich normalerweise kein Freund von Nachtisch bin.  Sehen wir was morgen kommt und ab nächster Woche gibt es ja wieder Gewohntes aus der Kantine.